
Text von Thomas Roost, Fotos: zvg/nhl
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Nach Nino Niederreiter hat es jetzt auch Roman Josi geschafft: 1000 NHL-Spiele, Respekt, ich verneige mich! Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Schweizer Eishockeys. Pauli Jaks, der erste Schweizer Hockeyspieler mit einem NHL-Einsatz. Michel Riesen, der erste Firstroundpick im NHL-Draft, Mark Streit, der wichtigste Wegbereiter für nachfolgende Schweizer Talente, Nico Hischier, der erste 1st-Overallpick im NHL-Draft und Roman Josi, der erste Schweizer Hockeyprofi der mit der Norris-Trophy als bester NHL-Verteidiger ausgezeichnet wird.

Credits: zvg/nhl
Ich erinnere mich an den Sommer 2007, das U18-Hlinka/Gretzky-Turnier in Tschechien und der Slowakei.
Nach dem Turnier unterhielt ich mich mit einem Scout der Toronto Maple Leafs. Wir waren uns einig: Roman Josi und Erik Karlsson waren mit Abstand die besten Verteidiger dieses Turniers.
Bei Karlsson galt die nur knapp durchschnittliche Körpergrösse als vermeintliches Handicap, bei Josi war es die Nationalität.
So kam es, dass im 2008er-Draft sage und schreibe 6 Verteidiger vor Erik Karlsson (zweifacher Norris-Trophy-Gewinner) und 14 Verteidiger vor Roman Josi gedraftet wurden.
Karlsson ging als Nummer 15 «über den Tisch», Roman Josi erst in der zweiten Runde als Nummer 38.
Es war die Zeit, in der Körpergrösse überbewertet wurde – und in der man Schweizer Hockeytalenten noch nicht ganz traute.
Von den 14 Verteidigern, die vor Josi gezogen wurden, hat – ausser Karlsson – nur Drew Doughty eine Norris-Trophy gewonnen.
Alle anderen wurden maximal gute NHL-Verteidiger, Ergänzungsspieler oder schafften den Status NHL-Stammspieler nie.
NOCH KEIN ABO?
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Roman Josi als Spieler zu beschreiben, ist eigentlich überflüssig.
Jeder auch nur halbherzige Hockeyfan erkennt bereits nach einem Shift seine Klasse:
seine Eleganz, sein Vertrauen in sein Spiel, sein Skating – und spätestens nach drei Spielen auch seine Spielintelligenz.
Wie Nino Niederreiter ist auch Roman Josi als Typ unaufgeregt und bodenständig geblieben.
Mit Empathie für Kinder und für Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren wurden.
Nicht nur ein perfekter hockeytechnischer Botschafter unseres Landes, sondern auch eine smarte Persönlichkeit.
Wetten, dass man Roman Josi eher im Davoser Migros-Restaurant antrifft, als dass er sich ein Goldsteak für 1’400 Dollar in Dubai gönnt?
Und nein – hier geht es nicht darum, das eine als gut und das andere als schlecht zu taxieren.
Moralisieren passt nicht zu mir. Moral heisst immer: Ich bin besser als du.
Es geht darum zu zeigen, was Typen wie Josi, Niederreiter oder Hischier verkörpern – genau das, was NHL-GMs beim Draft in frühen Runden vorrangig suchen:
Spieler mit hoher Lebensintelligenz.
Roman Josi – und die meisten unserer NHL-Hockeyspieler – gehören klar in diese Kategorie.
Als Norris-Trophy-Gewinner ist es gegenüber unseren anderen NHL-Helden nicht abwertend gemeint, wenn ich Roman Josi als den besten Eishockeyspieler bezeichne, den wir in der Schweiz je hatten.
Mark Streit war vermutlich der Wichtigste – er war der Wegbereiter.
Roman Josi aber war und ist der Beste.
DIE VOLLE LADUNG EISHOCKEY!
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