
Text von Ueli Schwarz
Ganz viel neu – ganz viel besser?
In fünf Clubs hat sich personell seit letzter Saison aus unterschiedlichen Gründen viel verändert. Von Neubeginn, Auf- und Umbruch ist die Rede. Wie heikel ist das? Macht ganz viel neu auch ganz viel besser?
SC Bern
Eine neu aufgestellte Clubführung versucht mit ebenfalls vielen Personalwechseln im Staff und im Team – 14 Zuzüge stehen 10 Abgängen gegenüber - Voraussetzungen zu schaffen, damit das umgekrempelte Kader auf dem Eis wieder zu einer sehnsüchtig erwarteten, der Selbstwahrnehmung des Clubs entsprechenden und sportlich erfolgreicheren Einheit werden kann. Ein notwendiges, nicht ganz billiges oder einfaches Unterfangen, das Demut, Geduld und Kontinuität verlangt.
Meine Erwartung:

HC Ajoie
Endlich mal nicht Letzter sein – die grosse Sehnsucht im Jura! Kein Aufwand war zu gross, um das endlich zu schaffen: erneut erhöhtes Budget, ein neuer CEO, je ein neuer Head- und Assistantcoach,19 (!) Zu- und 17 (!) Abgänge. Das kommt quasi einem Neubeginn gleich, setzt neue Energie und viel Hoffnung frei. Kann der Abstand zur Konkurrenz verkleinert werden und wenn ja wie deutlich?
Meine Erwartung:

HC Ambrì-Piotta
In der Leventina blieb kaum ein Stein auf dem andern. Die operative Clubleitung und der Trainerstaff sind ebenso neu, wie drei mit hohen Erwartungen konfrontierte neue Ausländer. Eine ganze Reihe noch sehr junger, hungriger, talentierter aber in der NL noch weitgehend unerfahrener Spieler ersetzen gestandene Abgänge und sollen für Energie, Schwung und ungebändigten Kampfgeist sorgen. Ob das kurzfristig reichen wird, gegen starke Konkurrenz einen Schritt nach vorne zu machen?
Meine Erwartung:

EV Zug
Die letzte enttäuschende Saison und deren Aufarbeitung löste in Zug ein personelles Erdbeben und viele kritische Aktionen und damit Fragen aus – neuer CEO, neuer GM, neuer Headcoach, neu drei ausländische Verteidiger, Gerüchte um ein Engagement eines 8.(!) Ausländers und die öffentliche Diskussion um Leistungen der vier ausländischen Stürmer, Trainerdiskussionen kurz nach seiner Verpflichtung bevor er überhaupt angefangen hat und dem letztlichen Festhalten an ihnen, der Kraftakt des Rohrer-Transfers, sowie die Abgänge einiger Routiniers sind die Konsequenzen eines unruhigen Sommers. Das Kader ist nach wie vor stark, es kann Vieles besser werden. Muss aber nicht, denn die Voraussetzungen sind heikel- der Start wird Vieles wegweisend beeinflussen.
Meine Erwartung:

EHC Biel
Ein Umbruch braucht Zeit, Geduld, Personalwechsel und Demut. Seit drei Jahren ist man am Bilden eines neuen tragfähigen Mannschaftskerns und daran, mehr Konstanz unter gleichzeitigem Einbau junger Talente zu erreichen. Mit dem dritten Headcoach in drei Jahren, routinierten Zuzügen, Skinner als «Leuchtturm-Transfer», vorzeitigen Vertragsauflösungen von Spielern, die sich nicht mittelfristig zum Club bekennen wollten, sowie sich positiv weiter entwickelnden Jungen will und kann man sich wieder vermehrt kompetitiv nach der oberen Tabellenhälfte orientieren. Für das bleibt man aber starker Konkurrenz ausgesetzt.
Meine Erwartung:
