Die Swiss Devils greifen an

03.11.2026
Aktualisiert am 03.11.2026
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Text von Thomas Roost

Die Swiss Devils mit Weltklassegoalie

Wir erinnern uns an das unfassbar hochklassige Olympiafinale zwischen den USA und Kanada in Mailand: Einer der Finalhelden war Connor Hellebuyck, der Goalie der Winnipeg Jets. Winnipeg gilt nicht als Lieblingsdestination der NHL-Spieler und doch, Hellebuyck hat sich in der kanadischen «Blue Collar Metropole» als Franchiseplayer etabliert. Im Sommer hat aber Hellebuyck zur Enttäuschung der Jet-Fans verlauten lassen, dass er getradet werden will. Die wahren Gründe sind unklar, aber es gibt Indizien dafür, dass er die Chancen auf den Stanley Cup in Winnipeg als nicht realistisch einschätzt und er möchte zu einem «Winner», ein so genannter «Contender» sollte es sein. Das Problem war, dass Hellebuyck einen gültigen, langfristigen Vertrag abgeschlossen hat, der ihn theoretisch bis 30/31 an die Jets bindet. Weil die Jets nicht gewillt waren, ihren Stargoalie zu traden, hat Hellebuyck «Hardball» gespielt und ist nicht ins Camp eingerückt. Die Jets-Teppichetage war somit unter Druck, denn niemand wollte eine Situation ohne Hellebuyck und ohne Tradegegenwert für den Supergoalie. Die Gerüchte und Spekulationen nahmen dann ihren Lauf. Zahlreiche Franchises machten sich Hoffnungen und deckten den Jets GM Kevin Cheveldayoff mit Offerten für Hellebuyck ein. Zur Ueberraschung vieler machten dann die New Jersey Devils das Rennen. Als Gegenwert schickten sie den Minorleague Goalie Nico Daws, Top6-Forward Dawson Mercer, Powerforward Nick Bjugstad und das schwedische Talent Alexander Command zusammen mit einem 2. Runden- und einem 7. Rundendraftrecht nach Winnipeg. Keine Frage, dies sind schlechte Nachrichten für Nino Niederreiter, der so von einem Tag auf den anderen, zwei zusätzliche Konkurrenten für einen Platz im Forward-Roster der Jets erhalten hat.

Was bedeutet der Zuzug von Connor Hellebuyck für die «Swiss Devils»?

Hellebuyck eliminiert die grösste Schwäche der Devils, die Goalieposition. GM Sunny Mehta geht davon aus, dass die Devils mit Hellebuyck in den Kreis der erweiterten Favoriten auf den Stanley Cup aufsteigen. Halbwegs teile ich diese Meinung, bin aber skeptisch, ob allein diese Personalie die Devils bereits in den erweiterten Favoritenkreis hievt. Goalieleistungen sind sehr volatil und ziemlich unberechenbar. Vergessen wir nicht, dass bis jetzt Hellebuyck noch in keiner Playoffserie überzeugt hat und die Leistungen in der letzten Saison bei den Jets waren nicht zu vergleichen mit den herausragenden Olympiaspielen. Ebenfalls nicht zu vergessen, dass der diesjährige Stanley Cup Winner, die Carolina Hurricanes mit zwei «Migros Budget Goalies» (Frederik Andersen 1.0 Mio und Brandon Bussi, 1.9 Mio) den Pot geholt haben. Trotzdem, Hellebuyck ist nicht einfach ein solider, ein guter Goalie, wie es viele davon in der NHL gibt. Hellebuyck gehört zur Crème de la Crème der Goaliegilde und wie bereits erwähnt ist die Hebelwirkung bei den Devils besonders gross, weil die Devils bis jetzt nicht wenigstens über ein durchschnittliches Goalietandem verfügt haben, sondern es war klar unterdurchschnittlich. All dies führt auch bei mir zur Meinung, dass GM Sunny Mehta ein Coup gelungen ist. Als ehemaliger Pokerprofi ist er mit diesem Trade «all in» gegangen und ich freue mich sehr auf die Swiss Devils, verstärkt mit Weltklassegoalie Connor Hellebuyck.