Die Pittsburgh Penguins sind die Sensation der Saison 25/26

13.04.2026
Aktualisiert am 13.04.2026

Text von Thomas Roost, Fotos zvg/NHL

Die Pittsburgh Penguins sind die Sensation der Saison 25/26

 

Niemand, wirklich niemand hat in den Saisonvorschauen auf die Pittsburgh Penguins als Playoffteilnehmer gesetzt. Es war die mit Abstand klarste Franchise, die mit ihren Transaktionen auf einen Rebuild gesetzt hat. Die Spekulationen betreffend einen Trade von Sidney Crosby nahmen kein Ende, denn es war klar, dass Crosby vor seinem Karriereende noch einmal um den Cup mitspielen wollte und in einem Rebuild-Team ist dies kaum möglich. GM Kyle Dubas verpflichtete mit Dan Muse einen «No Name» Headcoach und viele Experten fragten sich, ob sich ein derart junger, unerfahrener Coach in einer Kabine mit lebenden Legenden wie Crosby, Malkin, Letang und Karlsson Gehör verschaffen könne. Alle Experten sollten falsch liegen:

 

Die Pittsburgh Penguins schafften die Playoffs und nicht nur das. Sie werden in der ersten Runde vom kleinen Vorteil des Heimrechts in einem allfälligen Spiel 7 profitieren und starten mit zwei Heimspielen. Sidney Crosby wurde nicht getradet und Dan Muse gilt als Favorit auf den Jack Adams Award für den besten Coach der Saison. Eine Auszeichnung die weder Jared Bednar, Stanley Cup Sieger mit der Colorado Avalanche 2022 noch der bereits legendäre Jon Cooper, Stanley Cup Sieger mit Tampa 2020 und 2021 je gewonnen haben. Allen drei gemeinsam ist, dass sie nur drittklassige Hockeyspieler waren, falls überhaupt und alle drei sind ausserordentlich erfolgreiche Headcoaches.  

 

Was zeichnet Dan Muse aus?

Ein Indiz betreffend die Qualität von Dan Muse fand sich in einer Aussage von Peter Laviolette, der Dan Muse seinerzeit als Assistenten rekrutierte mit der Begründung: Er ist jünger und smarter als ich, arbeitet härter und bringt neue Ideen ein. Eine bemerkenswerte Aussage, denn exakt dies ist das Idealprofil eines Assistenten egal in welcher Funktion oder Branche. Das Problem ist, dass die wenigsten Chefs die Besetzung eines Assistenzpostens entsprechend praktizieren, sie suchen in der Regel einen wie sie selbst sind, ganz einfach einen Kopf kleiner… Zurück zu Dan Muse, was zeichnet ihn aus? Dass er ein unglaublich harter Arbeiter ist, wissen wir bereits. Seine beste Qualität ist die Spielerentwicklung und bestärkt meine Meinung, dass die Coaches am besten daran gemessen werden, ob die Spieler unter ihnen besser oder schlechter performen als unter anderen Coaches. Wenn wir die Performance in dieser Saison von Spielern wie Acciari, Karlsson, Letang, Malkin und «Problemspieler» Anthony Mantha unter die Lupe nehmen, dann haben wir bereits die Antwort. Wie schafft er das? Dan Muse baut Systeme um die Stärken der Spieler herum, statt sie in ein starres Schema zu pressen. Er setzt sich zum Ziel, jeden Spieler auf sein Höchstniveau zu bringen, unabhängig vom Alter. Zudem schaffte er es, dass die Penguins in den Special Teams zu den absoluten Topteams gehören. Zweitbestes PK mit ca. 84% und drittbestes Powerplay mit ca. 27%. Als Typ ist er analytisch, ruhig, zuversichtlich und ein «nice guy» mit einer klaren Linie betreffend den Umgang untereinander. 

 

Ich freue mich riesig auf die Playoffs mit den Pittsburgh Penguins, Playoffs mit Sidney Crosby. Playoffs ohne Sidney Crosby sind wie Ferien am Meer mit schlechtem Wetter. Ich freue mich auf Dan Muse, den wahrscheinlichen und hoch verdienten «Coach of the year».