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Artikel - So ist der Film entstanden

In Zeiten von Social Distancing ist es den MySports-Autoren Sven Schoch und Gabriel Gasser gelungen, die SCL Tigers während eines Jahres hautnah mit der Kamera zu begleiten. Im Blog erzählt Gasser, wie der ehrliche Blick hinter die Kulissen entstanden ist. 

Ich weiss, was viele jetzt sagen werden: Schon wieder ein Dokumentarfilm und schon wieder ein Eishockeyteam. Nach Zug und Davos begleitet MySports nun die SCL Tigers mit der Kamera – wahnsinnig originell. Ein nachvollziehbarer Einwand und trotzdem empfehle ich es allen, nicht nur Hockeyfans, sich unseren Dokfilm am Ostersonntag um 20:15 Uhr reinzuziehen. Einen so ehrlichen und authentischen Auftritt eines professionellen Sportunternehmens hat nämlich noch keiner gesehen. 

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Als ich im März 2020 die Idee hatte, die SCL Tigers näher zu begleiten, da hätte ich es niemals für möglich gehalten, was in den Folgemonaten passieren würde. Ich lag in meinem Liegestuhl im Garten und habe mir gedacht: Die Tigers nagen am Hungertuch, Corona setzt ihnen zu, und dann müssen sie auch noch eine komplett neue Führungscrew rekrutieren. Sportchef weg, Trainer weg und die beiden punktebesten Ausländer weg – das kann ja heiter werden. 

Kein 
Spaziergang

Dass die Doku überhaupt erst entstanden ist, ist aber nicht mir, sondern Sven Schoch zu verdanken. Als Produzent vom Erfolgsstreifen über den HCD hat er die nötige Erfahrung und kennt mit jahrzehntelanger Erfahrung im Journalismus das Business ganz genau. 
Nachdem eine erste Anfrage via Langnau-Kenner Simon Schenk – Gott habe ihn selig – abgelehnt wurde, bearbeitete Schoch den VR-Präsidenten Peter Jakob so lange, bis dieser einwilligte, sich auf ein Gespräch zu treffen. Es war ein harziger und langer Prozess, den Film durchzuboxen. Denn den Verantwortlichen war damals schon klar, wie schwierig die kommende Saison werden dürfte.

Dass der Verein kurz vor dem Kollaps stehen wird, Spieler auf Lohn verzichten müssen und fast alle Protagonisten des Films an Corona erkranken würden, das wusste zu diesem Zeitpunkt jedoch niemand. Und genau deshalb lohnt es sich reinzuschauen: Es ist definitiv kein Jubelfilm, sondern eine Dokumentation, die zeigt, wie die Langnauer Rückschlag um Rückschlag hinnehmen müssen und doch immer wieder versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Dass dies dem Klub nicht gelungen ist, Langnau weit abgeschlagen Tabellenletzter ist und eine katastrophale Saison hinter sich hat, macht das grosse Bild noch wertvoller. 

Die fünf 
Hauptprotagonisten

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