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Artikel - NHL Saison 22/23 – Drama Time

In der neusten Kolumne von Thomas Roost dreht sich alles um den Kampf um die beliebten Playoff-Plätze. Der NHL-Scout erwartet einen weitaus härteren Playoff-Fight als in der letzten Saison.

Die Juniorencamps sind gestartet, die Stars in ihren Städten gelandet, die NHL Pre-Season steht unmittelbar vor der Türe, mit dem aus Schweizer Sicht attraktiven Highlight des Stelldichein zwischen dem SC Bern und den Nashville Predators mit Roman Josi und Nino Niederreiter.

Die Saison 21/22 hat hochstehende und packende Playoffspiele geboten, High-End-Hockey! Die Regular Season war hingegen weniger spannend. Viel zu früh war bereits klar, wer sich für die Playoffs qualifiziert und wer nicht, vor allem im Osten.

 

Veränderungen und Verletzungen von Top-Spielern

In der neuen Saison erwarte ich hingegen erbitterte Kämpfe um die Playoffpositionen. Teams wie z.B. die Ottawa Senators, die Detroit Red Wings und die New Jersey Devils haben aufgerüstet. Die Penguins wie auch die Boston Bruins werden wohl sehr um ihre Pfründe fighten müssen. Die Boston Bruins starten mit dem Handicap, dass sie die ca. ersten zwei Monate ohne ihre Starspieler Brad Marchand und Charlie McAvoy auskommen müssen und die Penguins Schlüsselspieler sind altersmässig über dem Zenit.

Hoch interessant wird auch zu verfolgen sein, wie sich die Calgary Flames und die Florida Panthers zeigen werden, beide haben markante Veränderungen bei den Topspielern zu beklagen, resp. damit die Hoffnung auf noch bessere Zeiten genährt.

Das «Gemetzel» im Mittelfeld

So oder so erwarte ich einige merklich verbesserte Teams aus der unteren Tabellenhälfte und somit antizipiere ich einen erbitterten Kampf um die Playoffplätze. Während ich die Arizona Coyotes und die Chicago Blackhawks rein gar nicht auf der Rechnung habe und ich auch den Philadelphia Flyers, den San Jose Sharks und den Seattle Kraken nur bedingten Erfolg zutraue, werden die Anaheim Ducks, die Ottawa Senators, die Detroit Red Wings und die New Jersey Devils Druck machen auf die begehrten Playoff-Plätze. Nur ganz an der Spitze (mit Colorado Avalanche, Toronto Maple Leafs, Tampa Bay Lightning, Carolina Hurricanes sowie mit den Calgary Flames und den Edmonton Oilers) glaube ich nicht an grosse Veränderungen. Insgesamt erwarte ich ein «Gemetzel» mit Mittelfeld mit Dramen in den allerletzten Runden. Teams, die vielleicht allerletzten Spiel die Playoffs schaffen oder eben auch nicht.

So nah wie noch nie

Ein weiterer Höhepunkt werden für mich die Spiele im temporären Stadion der Arizona Coyotes sein. Mit einer Kapazität von lediglich 5000 Zuschauern dürfen wir spezielle, aussergewöhnliche Eishockeykultur erwarten. Es tönt sehr gewöhnungsbedürftig und ist für viele vielleicht sogar eine Beleidigung, wenn ein NHL-Team in solch einem Stadion aufspielen muss. Ich bin aber der Meinung, dass die Coyotes die Not zur Tugend machen können, indem sie ihre Heimspiele entsprechend inszenieren. Noch nie waren Eishockeyzuschauer in der Wüste so nahe am Geschehen, noch nie war die Chance so gross, die teilweise etwas abgehobene NHL zu den Zuschauern zu bringen.

https://twitter.com/ArizonaCoyotes/status/1570097176621232129

  


Thomas Roost

Thomas Roost ist seit 1996 NHL-Scout für den Central Scouting Service und verfolgt die beste Liga der Welt hautnah.  Für MySports ist Roost als NHL-Experte & Co-Kommentator im Einsatz. In seiner wöchtenlichen Kolumne «Roosts Ramblings» schreibt er über Themen aus der NHL und der grossen Hockey-Welt.

https://www.thomasroost.com I Twitter: @thomasroost

ROOST RAMBLINGS – 
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